13. June 2016

Fertighaus

Was ist ein Fertighaus oder Fertigteilhaus?


Die ÖNORM B2310 definiert ein Fertighaus klar als ein „auf vorbereitetem Unterbau errichtetes Bauwerk aus vorgefertigten, geschoßhohen Wandelementen, Raumzellen sowie aus vorgefertigten Decken- und Dachelementen, die in Produktionsstätten witterungsunabhängig hergestellt, auf die Baustelle transportiert und dort zusammengebaut werden. Abweichend davon können Dachkonstruktionen einschließlich ihrer Deckenkonstruktionen aufgrund besonderer Bauwerksgestaltung ohne Vorfertigung sein.“ Die Begriffe Fertighaus sowie Fertigteilhaus werden dabei synonym verwendet.

Alle von Mitgliedsbetrieben des Österreichischen Fertighausverbandes errichteten Fertighäuser entsprechen dieser Definition.

Im folgenden finden Sie die Vorteile dieser Bauweise kompakt zusammengefasst:

Kürzere Bauzeit
Die konkrete Planung und Bauabwicklung dauert für den Fertighauskunden im Schnitt nur neun bis zwölf Monate vom Erstkontakt mit dem Fertighaushersteller bis zur Schlüsselübergabe.

Das bedeutet für den Fertighauskunden nicht nur einen rascheren und exakt planbaren Einzugstermin, sondern auch eine wesentliche Mieteinsparung, da ab der Entscheidung ein Fertighaus zu bauen bis zum Einzug, verglichen mit der konventionellen Bauweise, weniger Zeit vergeht. 

Trockenbauweise
Der große Vorteil der Fertigbauweise ist der Trockenbau. Da bei der Montage eines Fertighauses so gut wie kein Zement oder Beton auf der Baustelle gebraucht wird, benötigt es auch keine Austrocknungszeit und es entsteht deutlich weniger Baufeuchte. Dadurch ist das eben errichtete Haus rascher bezugsbereit und später auch noch leichter erweiter- und veränderbar. 
Natürlicher Baustoff Holz
Der wichtigste Baustoff eines Fertighauses ist Holz. Der natürliche, CO2-speichernde Baustoff ist sehr energiesparend in der Verarbeitung. Alle 40 Sekunden wächst in Österreich genug Holz für ein Einfamilienhaus. Dabei kann das Holz vielfältig eingesetzt werden. Sowohl als gestalterisches Element an der Fassade, an Dachvorsprüngen als auch in Form von Holz-Unterzügen oder Sichtholzdecken und -säulen.

Lassen Sie sich zu den Möglichkeiten beim Fertighaushersteller Ihres Vertrauens beraten um Ihre Vorstellungen & Wünsche bestmöglich umsetzen zu können. Holz speichert dabei nicht nur CO2 – auch in der Herstellung und Entsorgung fällt im Vergleich zu Zement oder Ziegeln deutlich weniger CO2 an. Ein wichtiger Aspekt für eine lebenswerte Zukunft. 

Individualität
Obwohl jede Fertighausfirma über eine Unzahl von erprobten Grundrissen verfügt, gibt es kein Fertighaus von der Stange. Die Mitgliedsfirmen fertigen Häuser nach individuellen Wünschen der Bauherren. Die Kunden entscheiden mit professioneller Beratung sowohl über die Architektur als auch die Innenausstattung.

Manchmal werden die Grundrisse von erprobten Typenhäusern der Fertighaushersteller als Grundlage für die Anpassung an die eigenen Bedürfnisse herangezogen. Andere Bauherren entscheiden sich wiederum für die vollständig individuelle Planung ihres Traumhauses.

Musterhäuser
In Musterhausparks können Kunden Vorschläge von Ein- und Zweifamilienhäusern im Maßstab 1:1 besichtigen und erleben. Musterhäuser stellen Ideen dar, die auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden angepasst werden.

Musterhäuser sind eine wichtige erste Anlaufstelle und bieten die Möglichkeit, unverbindlich mit Beratern der Hersteller in Kontakt zu treten. Schlendern Sie durch die Musterhäuser und erhalten Sie einen Eindruck sowie viele Ideen und lassen Sie sich umfassend beraten.

Musterhausparks finden Sie in ganz Österreich, wie z.B. die Blaue Lagune in Vösendorf, die Musterhausparks in Eugendorf bei Salzburg, Haid bei Linz sowie in Graz als auch im FertigHausZentrum auf dem Messegelände Klagenfurt. Eine Auflistung mit allen Adressen finden Sie auch hier

Witterungsunabhängige Fertigung
Fertighäuser werden in den Produktionsstätten und Werkshallen der Hersteller produziert. Sie entstehen dort geschützt vor Regen, Sturm und anderen negativen Witterungseinflüssen, wodurch die Qualität konstant hoch gehalten werden kann. Millimetergenaue Fertigung, trockene Bauweise und qualitätssichernde Maßnahmen im Werk ermöglichen einen passgenauen Aufbau.
Nachhaltigkeit und innovative Technologien
Durch die industrielle Vorfertigung entstehen nicht nur die einzelnen Bauteile des Hauses besonders energieeffizient und unter Einsatz von möglichst wenigen Ressourcen, sondern auch der Betrieb des fertigen Hauses ist kosten- und ressourcenschonend. Modernste Technologien wie gebäudeintegrierte Photovoltaik sind ein Ergebnis der langjährigen, vom Fertighausverband unterstützten Forschung.

Die Zukunft im Fertigbau beginnt schon heute.

Dämmwerte & Förderungen
Die einzelnen Bundesländer bieten für eine ökologisch sinnvolle Bauweise verschiedenste Förderungen an, die aber nur unter Erfüllung bestimmter Kriterien erteilt werden. Schon in der Basisausführung weisen die meisten Fertighäuser Dämmwerte auf, die dem eines Niedrigenergiehauses entsprechen und dadurch in der Regel die erforderlichen Voraussetzungen eines Förderungsantrags erfüllen.

Die Fertigbauweise schont dadurch nicht nur die Umwelt, sondern auch die Familienkassa. Über die Fördervoraussetzungen und -möglichkeiten können Sie sich direkt bei der zuständigen Landesregierung erkundigen. Sprechen Sie auch bereits im Planungsgespräch mit dem Fertighaushersteller Ihren Wunsch nach einer Wohnbauförderung an. Dadurch kann das Haus entsprechend auf die volle Ausschöpfung der Förderungsmöglichkeiten hin geplant werden.

Beachten Sie auch, dass ein Fertighaus zur Erreichung der gleichen Wärmedämmeigenschaften geringere Bauteilstärken / Wanddicken benötigt und dadurch bei gleicher bebauter Fläche mehr Wohnfläche zum Leben bleibt.

Ausbaustufen
Der Bauherr bestimmt, in welcher der drei Ausbaustufen (Ausbauhaus, belagsfertiges Haus, schlüsselfertiges Haus) das Haus errichtet werden soll. In jeder dieser Varianten ist ein Mindestumfang an Leistungen definiert, der für den Fertighaushersteller verbindlich ist.

Ein geschickter Bauherr, der sich für die Variante Ausbauhaus entscheidet, kann durch die Eigenleistung einen beträchtlichen Teil der Kosten sparen. Wer jedoch weniger Zeit oder Freude am Handwerk mitbringt, entscheidet sich für ein belagsfertiges oder schlüsselfertiges Haus und erspart sich viel Arbeit. Der Trend zum schlüsselfertigen Haus ist ungebrochen.

  • Ausbauhaus: die Außenhülle wird vom Fertighausanbieter errichtet, den Innenausbau übernimmt der Bauherr selbst.
  • Belagsfertiges Haus: Heizung, Elektro- und Sanitärrohinstallationen und Estrich werden vom Unternehmen erledigt, der Kunde muss nur mehr Wand-, Decken- und Bodenbelag sowie Sanitärinstallationen und Innentüren fertigstellen.
  • Schlüsselfertiges Haus: Der Hersteller führt den gesamten Aufbau durch, inklusive Bodenbeläge, Sanitäreinrichtungen und Innentüren. Die Wahl der Möbel und der Einzug ins neue Eigenheim bleibt Ihnen überlassen.
Optische Vielfalt
Die Zeiten, in denen Fertighäuser aufgrund weniger sich wiederholender Elemente schon von außen deutlich erkennbar waren, sind eindeutig vorbei. Die Architektur und Gestaltung eines Fertighauses kennt heute kaum noch Grenzen, ist von anderen Bauarten äußerlich nicht mehr zu unterscheiden und setzt auch schon mal eigene preisgekrönte Trends.
Lebensdauer
 Fertighäuser haben laut ÖNORM B2320 „bei ordnungsgemäßer Instandhaltung und widmungsgemäßer Nutzung eine Benützungsdauer von mindestens 100 Jahren“. Dadurch unterscheidet sich das Holzhaus bzw. Fertighaus nicht von den Vorgaben für die konventionelle Bauweise und bietet Wertbeständigkeit über lange Zeit hinweg.